Kopfball Fernsehsendung



"Kopfball" war eine wissenschaftliche Fernsehsendung des WDR, die von 1989 bis 2015 Sonntags im Ersten ausgestrahlt wurde. Das Format der Sendung hat sich im Laufe der Jahre mehrmals verändert, es ging aber immer darum, wissenschaftliche Fragen aus Natur, Technik und Kultur unterhaltsam zu beantworten.

DIE URSPRUNGSSENDUNG

"Kopfball" ging das erste Mal am 24. September 1989 auf Sendung. Entwickelt wurde die Sendung unter anderem von Ranga Yogeshwar, der sie auch mit moderierte. In dieser ursprünglichen Version von "Kopfball" stellten zwei Moderatoren eine Frage, woraufhin Zuschauer live im Studio anrufen und die richtige Lösung erraten konnten. In der allerersten Folge ging es um das Problem: "Wie bekomme ich ein gepelltes Ei durch einen Flaschenhals?". Zu gewinnen gab es kleinere Sachpreise, darunter die berühmte Plasmakugel, die in ihrem Inneren Blitze generierte. Dieses Konzept hielt sich 14 Jahre lang, es moderierten in dieser Zeit neben Ranga Yogeshwar Cherno Jobatey, Jean Pütz, Sven Kuntze, Martina Esser, Renate Müller, Ines Jacob, Helge Haas, Evi Seibert und Karsten Schwanke.

DIE SENDUNG AB 2003: KANDIDATEN IM STUDIO

2003 veränderte der WDR das Sendungskonzept, um mehr junge Zuschauer zu erreichen. Nach eigener Aussage entstand dieses Bedürfnis auch als Reaktion auf die jüngste PISA-Studie, die gezeigt habe, wie schlecht es um den Bildungsstandort Deutschland stehe. In der neuen "Kopfball"-Sendung, die ab 5. Oktober lief, stand nur noch ein Moderator vor der Kamera: Helge Haas. Die größte Änderung war, dass es nun keine Zuschaueranrufe mehr gab. Stattdessen befanden sich zwei Kandidatenpaare im Studio, die gegeneinander antraten. Wer Kandidat in der Sendung werden wollte, musste sich über ein Quiz auf der Internetseite qualifizieren. Die Paare wurden dann von der Redaktion zusammengestellt. Laut WDR blieb die Philosophie der Sendung aber trotz der Neuerung erhalten: Ein Ratespiel, das Inhalte vermittelt. Wobei die Kandidaten eher mit Kombinationsgabe und Neugier als mit bloßem Bücherwissen punkten sollten.

DIE SENDUNG AB 2006: ZUSCHAUER FRAGEN, REPORTER SUCHEN DIE ANTWORT

2006 wurde das Format noch einmal verändert. Jetzt wurden die kniffeligen Fragen von Zuschauern gestellt, die sie im Vorfeld eingesandt hatten. Die Einsendung war per Post, per Fax, als Video oder als E-Mail möglich. Jede Woche gingen rund 200 Fragen in der Redaktion ein. Einen Moderator gab es nun gar nicht mehr, dafür Reporter, die sich stellvertretend für den Zuschauer aufmachten, die Antwort zu finden. Dafür ließen sich von Experten den jeweiligen Vorgang erklären, oer sie probierten etwas mit den Experten zusammen aus. Zum Beispiel, ob man mit einem Schneemobil über den Ärmelkanal fahren kann. Von einer Quizsendung hatte sich "Kopfball" damit in eine Experimentiersendung verwandelt.

Um die Reporter für die Sendung zu finden, hatte der WDR ein richtiggehendes Casting veranstaltet. Aus rund 100 Bewerbern setzten sich schließlich die Fernsehneulinge Ulrike Brandt-Bohne, Steffi Terhörst und Isabel Hecker durch. Als erfahrene Kollegen kamen noch Klas Börnecke und Burkhardt Weiß dazu. Ulrike Brandt-Bohne war Biologin, Isabel Hecker Soziologin und freie Radiomitarbeiterin, Klas Börnecke Journalist und Reporter und Burkhardt Weiß studierte Philosophie. Klas Börnecke wurde 2010 durch den Radio- und Fernsehmoderator Adrian Pflug ersetzt. Bei dieser Konstellation und diesem Sendungsformat blieb es bis 2015.

DAS ENDE VON "KOPFBALL"

Am 11. Juli 2015 ging die letzte Ausgabe von "Kopfball" on air. Die Sendung wurde im Zuge größerer Sparmaßnahmen des Senders eingestellt, die WDR-Intendant Tom Buhrow im Juni 2014 verkündete. In der letzten Folge klärten die Reporter folgende Fragen: "Kann man Fledermäuse hören?", "Wie viel Alkohol bleibt nach dem Kochen in einer Bolognese-Sauce übrig?", "Kann man mit der Sonne Stahl schmelzen?" und "Geht ein Umzug schneller, wenn man beim Tragen eine Menschenkette bildet?". In der ARD-Mediathek kann man sich viele Folgen immer noch anschauen, dort sind insgesamt 99 Fernsehbeiträge (ganze Folgen und kürzere Clips) und 53 Ausgaben des Video-Podcasts gespeichert.